Kunst des Essen

{Rezension} Die Kunst des Essens

Posted: 27. Mai 2014 by Franziska Robertz

Oder: Anleitung zum Genuss von MFK Fisher

Jeden Tag ein Buch - Logo: Ariane Bille
Heute ist Claudia bei mir zu Gast und stellt Euch ein Buch vor, dass ich sofort auf meine Wunschliste gepackt habe, nachdem ich ihren Beitrag las. Claudia lernte ich vor kurzem während des Foodfotografie-Workshop in Berlin kennen, und wir mochten uns sofort. Ihre beiden Leidenschaften Kochen und Yoga vereinte sie in ihrem kürzlich entstandenem Blog Kochyoga, den Ihr unbedingt besuchen solltet und am besten gleich in Eure Blogroll aufnehmen müßt -> klick.
Halt, erst noch ihren Buchbeitrag lesen….puh, gut, dass Ihr noch da seid, sonst hättet Ihr wahrscheinlich eine wunderbare Rezension anläßlich der 3. Jeden-Tag-ein-Buch-Woche verpaßt:

 
 

Das erste Blogjahr ist für so eine Neu-Bloggerin wie mich ja ganz schön aufregend. Da reiht sich eine Premiere an die nächste und heute sind es gleich zwei auf einen Streich: meine erste Buchrezension und das auch noch als Gastbeitrag hier auf Dynamite Cakes. Also Franzi, vielen Dank für Einladung. (Ich danke Dir…Anm.Franzi)

Ich möchte euch ein Genussbuch im wahrsten Sinne des Wortes vorstellen: Die Kunst des Essens – Anleitung zum Genuss von Mary Frances Kennedy (MFK) Fisher. Für das rund 170 Seiten starke Büchlein wurden 20 feinsinnige, poetische und vor allem sinnliche Texte aus vier Titeln der Autorin zusammengestellt.
MFK Fisher wurde 1908 in Albion/Michigan geboren und ging in den 30er Jahren mit ihrem ersten Mann nach Dijon. Die Zeit in Frankreich war besonders prägend, denn Fisher fand ausgerechnet über das Essen und Trinken Zugang zu dem fremden Land. Zeit ihres Lebens schrieb sie über ihre Leidenschaft für Kochen, Essen und Genuss. Nicht ohne Grund wurde sie als „Poetin des Appetits“ (John Updike) oder als „Philosophin des guten Geschmacks“ (NY Times) bezeichnet.

Kunst des Essen
© Claudia Anke

Das Büchlein beginnt mit einem Vorwort glühender Verehrung der Schriftstellerin Barbara Bongartz. Wer die kurzen bis mittellangen Anekdoten Fishers liest, wird Bongartz schnell und ausnahmslos beipflichten. Es gelingt MFK Fisher auf ganz besondere Weise, den Leser in ihre kleinen Geschichten hineinzuziehen, ihm das Gefühl zu geben, mit am Tisch zu sitzen. Ich kann den Pfirsichkuchen, den sie mit ihrem Vater und ihrer Schwester auf einer Heimreise zu Abend isst, förmlich riechen und schmecken: süß, saftig, noch etwas warm und mit cremig kühler Sahne serviert. Der Genuss mit allen Sinnen zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Es macht Lust auf klebrige Erdbeermarmelade, Dijoner Lebkuchen mit süßer Butter und Tee oder Gazpacho mit gerösteten Brotwürfeln.
Doch dreht sich bei Fisher nicht immer alles nur um das leibliche Wohl. Sie hatte auch eine besondere Gabe, Menschen und Situationen zu erfassen und diese mit wenigen Worten humorvoll und treffend zu beschreiben. Etwa die Köchin Ora, die Abwechslung auf den Speiseplan, Spaß am Essen und Schwung in Fishers Elternhaus brachte, wenn auch sehr zum Unmut der Großmutter.

© Claudia Anke
© Claudia Anke

Das Buch lässt sich zwar an einem Stück lesen, eignet sich aber meiner Meinung nach viel besser zum immer-mal-wieder-drin-rumschmökern. Jedes Kapitel ist ein Gang für sich, der in vollen Zügen ausgekostet und genossen werden will. Zusammen mit etwas Selbstgemachten ist Die Kunst des Essens – Anleitung zum Genuss auch ein tolles Mitbringsel für liebe Gastgeber. Bei denen solltet ihr euch allerdings sicher sein, dass sie die gleichen Eigenschaften erfüllen, nach denen es MFK Fisher beliebte, ihre Gäste auszuwählen:
„Gäste sollte man […] danach auswählen, ob sie zu essen – und zu trinken! – verstehen. […] Sie sollten Freude am Essen haben und sowohl die Zubereitung als auch das Essen selbst als eine Kunst ansehen.“ (aus: „Die Kunst des Essens – Anleitung zum Genuss“, MFK Fisher, S. 72)

© Claudia Anke
© Claudia Anke

Vielen lieben Dank Claudia für deine wundervolle Rezension.

Liebe Grüße, Eure Franzi

2 Comments

  • Claudia 27. Mai 2014 at 22:02

    Hallo Franzi,

    es war mir eine Ehre. 🙂 Und ja: Wir mochten uns wirklich sofort. Fetzt mir immer noch. 🙂 Sag Bescheid, wie du das Buch fandest, wenn du es gelesen hast. Ich mag die Zwiebelsuppe super gern. 😉

    Liebe Grüße
    Claudia

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  • Zwiebelsuppe und jeden Tag ein Buch 17. Juni 2014 at 21:21

    […] ich hier und gleichzeitig bei Franzi auf Dynamite Cakes. Ich habe die Ehre, bei ihr meinen ersten Gastbeitrag in meinem noch so jungen Bloggerleben veröffentlichen zu dürfen. Es ist eine Rezension zu „Die […]

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