Earl Grey Pralinen mit Sahne

Its Teatime – One Cup of Earl Grey with Cream, please

Posted: 2. November 2014 by Franziska Robertz

Oder: Sahnige Earl Grey-Pralinen

Ich bin heute zur Teatime eingeladen, und als kleines Gastgeschenk bringe ich Ilona vom Süßblog und Christine von Little Red Temptations sahnige Earl Grey-Pralinen mit.

Earl Grey Pralinen mit Sahne

Als ich Ende Mai in Schottland war, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, einmal zur Teatime in ein klassischen Tearoom zu gehen und wenigstens einmal diesen wundervoll aromatischen Earl Grey, natürlich mit Sahne, zu trinken. In Edinburgh einen alten, ehrwürdigen Tearoom zu finden mit hohen Wänden, alten englischen Sesseln, warmen Scones und noch älterer Geschichte ist nicht einfach. Einmal versuchten wir unser Glück in der Nähe von Arthurs Seat, da es irgendwo dort noch so einen wunderbaren Tearoom geben sollte. Außer dass wir uns einen mächtigen Sonnenbrand auf dem Gipfel Arthurs Seat holten, haben wir dort nichts gefunden.
Ein paar Tage später dann sah ich mitten in der Altstadt dieses kleine, fast unscheinbare Schild, und ich wusste, da muss ich hin. In einer kleinen Nebengasse befindet sich wohl eines der kuriosesten, fast unwirklichen Oasen in Form eines Tearooms, den man sich noch nicht vorstellen kann. Ein weißhaariges, von den Jahren gezeichnetes und extrem liebevoll blickendes Mütterchen stand da mitten im Raum voller gehäkelter Deckchen auf den Tischen, vielen Teppichen auf dem Boden und noch mehr Kitsch und falsche Blumen auf den Regalen. Es war wundervoll. Nachdem wir ihre halbe Lebensgeschichte kannten, saßen wir an einem der Tische und genossen unseren mit Sahne verfeinerten Earl Grey und die leckersten Scones mit Clotted Cream, die ich seither gegessen habe.
Als ich die Earl Grey Pralinen machte, musste ich so oft an diesen herrlichen Ort und die wunderbare Zeit, die wir da verbrachten, denken. Ich wünsche mir sehr, dass es diesen Tearoom bei unserem nächsten Besuch in Edinburgh noch geben wird.

Teatime

Früher mochte ich Earl Grey-Tee nicht so richtig. Doch mittlerweile weiß ich, dass ich ihn einfach falsch zubereitete. Und seit unserem Besuch in dem schottischen Tearoom, mag ich diesen Tee mit dem Bergamotte-Geschmack sehr, sehr gerne. Und heute gibt es diesen Tee bei mir in Pralinenform. Als kleines Nebenprodukt gibt es außerdem noch einen Earl Grey-Aufstrich. Aber schaut selbst:

Zutaten für die Creme

20 g Earl Grey (loser Tee)
200 ml Wasser
250 g Zucker
100 ml Sahne (50 ml + 50ml)
50 g Butter
150 g weiße Schokolade

Falls Ihr die Hohlkörper für die Pralinen selbst macht, braucht Ihr
1 Pralinenform (zB. aus Silikon)
100 g Zartbitterschokolade, gehackt (reicht für ca. 22 Pralinen)
Alternativ: Hohlkörper – Zartbitter (die Creme reicht für ca. 40 Pralinen)

Zubereitung

  1. Die gehackte Zartbitterschokolade schmelzen und mit einem lebensmitteltauglichem Pinsel damit die Wände der Pralinenförmchen einpinseln. Ich habe für meine Pralinenform ca. einen halben Teelöffel (~3g) Schokolade benötigt. Beiseite stellen und fest werden lassen (ca. 1. Stunde – nicht in den Kühlschrank). Es bleibt geschmolzene Schokolade übrig, die später für die „Deckel“ benötigt wird (Schritt 9).
  2. Den Earl Grey in eine große Tasse geben und mit 200 ml sprudelnd heißem Wasser aufgießen. Einmal umrühren und das Ganze 8-10 Minuten ziehen lassen. Danach den Tee mithilfe eines Siebs abgießen und dabei die Teeblätter gut ausdrücken. Es sollte ca. 150-160ml Earl Grey-Tee dabei entstehen.
  3. Das Teewasser zusammen mit dem Zucker und 50ml der Sahne in einen Topf geben und die Mischung erwärmen. Gelegentlich den Topf schwenken. Es blubbert ganz schön. Nicht in das Zuckerwasser fassen – Verbrennungsgefahr!!!
  4. Das ganze ca. 10-15 Minuten köcheln lassen (nicht über 110°C – Zuckerthermometer). Die aufsteigenden Blasen werden kleiner.
  5. Den Topf vom Herd nehmen (Herd ausmachen) und mit einem Holzlöffel die Butter einrühren. Das ganze Gemisch erkalten lassen (bis auf ca. 30°C – Wer möchte, kann die erkaltete Fudge-Masse auch so schon in die Pralinenkörper füllen – dann mit Schritt 10 weiter).
  6. In der Zwischenzeit die weiße Schokolade kleinhacken und überm Wasserbad (oder Temperiergerät) schmelzen.
  7. Das erkaltete, leicht fest gewordene Fudge in ein hohes Rührgefäß geben, die geschmolzene Schokolade sowie die restlichen 50ml Sahne dazugeben und mit einem Rührgerät für ca. 2 Minuten aufschlagen.
  8. Die entstandene Earl Grey-Sahne-Creme in die Pralinenförmchen füllen. Darauf achten, dass es nur bis ein paar Millimeter unterm Rand gefüllt wird. Es bleibt auf alle Fälle ganz viel von der Creme übrig. Diese kann zB. als Brotaufstrich weiter verwendet werden.
  9. Mit der restlichen geschmolzenen Zartbitter-Schokolade die gefüllten Pralinenformen abdecken. Zum Festwerden 2-3 Stunden oder über Nacht beiseite stellen.
  10. Wenn alles fest geworden ist, lassen sich die Pralinen problemlos aus der Form lösen.

Earl Grey Pralinen

Obwohl ich ein Temperiergerät zum Schmelzen der Schokolade nutzte, ist meine Schokolade wohl doch etwas zu heiß geworden, daher auch die hellen Flecken auf den Pralinen. Das tut dem Geschmack aber nichts. Also denkt dran: Die Schokolade beim Schmelzen nicht zu heiß werden lassen. Am besten ein Schokoladen-Thermometer oder ein Temperiergerät benutzen (42°C bei Zartbitter). Schaut unbedingt bei Nele auf Pralinenwahnsinn rein (*klick*). Da findet Ihr alles zum Thema Pralinen und richtiges Temperieren.
Viel Spaß.

Eure Franzi

6 Comments

  • Kathi 2. November 2014 at 12:59

    Wow wie toll! Und deine Pralinenförmchen sind ja Zucker! Danke für dein tolles Pralinenrezept, das muss ich ausprobieren! Suche schon lang nach einem schönen Mitbringsel für Freundinnenbesuche etc. – das ist es 🙂
    Liebe Grüße
    Kathi

    Reply
    • Dynamite Cakes 2. November 2014 at 14:18

      Hi Kathi, oh, das freut mich sehr 🙂
      Erzähl mir, wie es dir schmeckte – Earl Grey ist ja nicht jedermans Sachen 😉
      Liebe Grüße, Franzi

      Reply
  • Sandra Gu 4. November 2014 at 08:04

    Die sehen großartig aus!!! Das Rezept nehm ich gleich mal mit für die Weihnachtszeit. Da habe ich meistens die Muse ein paar Pralinen zu machen 😀

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    • Dynamite Cakes 4. November 2014 at 23:20

      Ja, ich hab mir auch noch ein paar Pralinen für Weihnachten überlegt 😉

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  • Nele 2. Februar 2015 at 20:57

    Eine helle Canache mit Earl Grey zu aromatisieren, das klingt richtig gut. Und die Canache mit Zartbitterkuvertüre zu umhüllen, perfekt. Deine kleinen Earl Grey Pralinen stehen ab sofort auf meiner Nach-Pralinier-Liste. Ich werde berichte, wie sie waren. 🙂

    Schön, dass es den Blog-Kommentiertag gibt. 😉

    Schokoladige Grüße,
    Nele

    PS: Danke für Dein Verlinken, habe ich gerade erst entdeckt. 😉

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    • Dynamite Cakes 4. Februar 2015 at 15:31

      Nichts zu danken – du bist meine erste Anlaufstelle bei Pralinen:-)

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