Mein 2017

Posted: 15. November 2017 by Franziska Robertz

Ich weiß, es ist erst Mitte November. Dennoch möchte ich jetzt schon mit den letzten 12 Monaten abschließen. Die Dunkelheit des letzten Jahres macht mich fertig. Ich will das nicht mehr. Von daher soll die Dunkelheit bleiben wo sie ist: Verbannt in den letzten 12 Monaten.

Vergangenheit ist vorbei

Heute vor einem Jahr sah ich etwas, das ich erst Tage später so richtig begriff. Ich sah auf diesen einen Bildschirm und meine Gedanken schlugen noch mehr Purzelbäume und gerieten so durcheinander, dass ich kein Wort, keine Mimik, keine Regung von mir gab. Ich war so gelähmt ob meiner Gefühle und konnte es nach den vorangegangenen Jahren nicht glauben, dass sich dieser Fleck auf dem Bildschirm bewegte. Einige Zeit später, ich saß vorm TV und alles war schön, da fühlte ich mich von jetzt auf gleich leer. Ich spürte wie jegliche Freude von mir wich und mir nur noch kalt war. Am nächsten Tag sah ich auf dem Bildschirm … nichts. Kein Schlagen, kein Pumpen, einfach nichts. Und wieder war ich so gelähmt, nur diesmal umhüllt mit einer Dunkelheit, die mir jegliche Gefühle nahm.

Nach zwei Wochen bingewatching einiger Netflix-Serien, stoischer Nahrungsaufnahme und Rumgeisterei durch die Wohnung, stand ich eines Morgens auf und holte mir mein Leben zurück. Ich kochte, buk und bloggte wieder und machte mir einen Plan für das Jahr 2017.

Es ist wie es ist und ich bin von klein auf immer schon der Meinung, dass Dinge eben aus bestimmten Gründen passieren. Und wir diese Gründe manchmal recht schnell und manchmal Jahrzehnte später erst begreifen. Für mich war klar, dass ich mich davon nicht unterkriegen lasse. Ich bin nicht die erste, nicht die einzige, nicht die letzte mit einer Fehlgeburt. So viele Frauen ahnen noch nicht mal, dass sie faktisch eine Fehlgeburt hatten. Andere Frauen trifft dieses Schicksal noch immens härter als es mich traf, zB. näher am Geburtstermin. Oder Totgeburten … oh man, ich mag da gar nicht dran denken, an diesen Schmerz, den Eltern da durchmachen. Als sensitiver Mensch, der ich nun mal bin, schmerzt mich allein der Gedanke, dass jemand, egal wer, so etwas durchmachen muss. Ich lernte zum Glück frühzeitig mit solchem (Fremd)Schmerz umzugehen. Meditation hilft mir. Und es half mir auch vor einem Jahr.
Ihr Menschen da draußen, die ihr solche Schmerzen erlebt habt oder gerade erlebt: Es gibt uns, die an euch denken und euch mit wohligen und wärmenden Gedanken umhüllen. Ihr seid nicht allein.

Neues Jahr, neue Gelegenheiten

2017 begann mit so vielen tollen Gedanken. Die alten Gedanken sollten ruhig in 2016 bleiben. Ich nahm mir für meine Selbstständigkeit und im Persönlichen so viele tolle Projekte vor. Einiges wurde auch im Laufe der Monate umgesetzt:

  • Ich habe z.B. mein Büro neu aufgeteilt und mir einen neuen großen Kreativplatz geschaffen. Das bringt unheimlich Arbeitserleichterung, wenn ein Schreibtisch nur für Büroarbeit da ist und ein zweiter Platz, an dem man sich kreativ austoben kann. Das war echt ein Herzensprojekt von mir.
  • Mein Foodblog hier bekam ein neues Design. Gefällt es dir? Ich muss hier und da noch ein bisschen schrauben und Kosmetik betreiben, aber ich bin sehr glücklich damit.
  • Ich habe keine Facebook-Seite mehr für Dynamite Cakes. Ich habe sie im Sommer einfach offline gestellt. Es war herrlich befreiend und fühlt sich heute immer noch richtig an.
  • Ich fing an, unsere Wohnung komplett zu überarbeiten. Ausmisten, Minimalismus und Struktur waren die Topthemen, und sie sind es noch. Merkwürdige Reaktionen auf Kleinanzeigen, zahlreiche Verschenke-Aktionen und viel Wegschmeißen beherrschte hier öfter mal den Alltag. Und wenn ich mich hier so umschaue, habe ich das Gefühl, es wird nicht weniger. Man sammelt aber auch im Laufe der Jahrzehnte eine Menge Zeug an. Ist das bei dir auch so? Bis Weihnachten will ich mit Wohnzimmer, Büro und Küche durch sein. (Hier bitte hysterisches Lachen einfügen.)

Und es kam anders

Der Jahresanfang war toll. Ich habe zum Frühjahr hin sogar einen no-carb-Monat eingelegt und innerhalb 3 Wochen über 5 kg abgenommen. Ich fühlte mich so gut. Heute weiß ich, dass ich damit im Grunde nur Ereignisse kompensiert habe, aber hey, es tat mir gut. Ich freute mich darauf, weiter abzunehmen, wieder mehr Sport zu machen, wieder Laufen zu gehen… und dann knickste mein Fuß um. Und schon waren alle neuen Gewohnheiten dahin. Insgesamt schaffte ich es aber bis heute 8 kg abzunehmen und zu halten. Ich finde das gut.

Zur gleichen Zeit ging es Herzmensch immer schlechter. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir anfangs Ärzte konsultierten und jeder Arzt immer wieder Neues und teilweise Anderes sagte. Und glaub mir, google bitte keine Diagnosen. Aber in einer Übermacht von Depression und Hilflosigkeit mache auch ich jeden Scheiß. Ich, die immer alles positiv betrachtet, die wirklich sehr selten Negatives sieht auch wenn es schon mehr als offensichtlich ist – ich saß Anfang des Sommers da und wusste nicht, ob der von mir am meisten geliebte Mensch den nächsten Sommer mitbekommen wird.

Er wird. Denn er war schlau und ging frühzeitig zum Arzt, nahm frühzeitig die richtigen Medikamente und hat frühzeitig auf die Ärzte gehört. Wir wissen heute (und das brauchte Zeit, um es zu begreifen), dass eine schwere Gehirnentzündung richtig lange Zeit zum Heilen braucht. Als wir das Ende des Sommers erkannt haben, ging alles wieder aufwärts und in die für uns richtige Richtung. Der Heilungsprozess dauert zwar noch einige Monate, aber schreitet mit so großen Schritten voran, dass mittlerweile wieder auch ein, wenn auch eingeschränktes, soziales Leben möglich ist.

Ein gutes Ende

Die letzten 12 Monate waren echt nicht langweilig. Persönlich geht es mir heute sehr gut. Es geht aufwärts. Es wird heller. Klar, im Unterbewusstsein rattert noch so einiges, aber ich bin ein positiver, hoffnungsvoller, realistischer Mensch. Die Dunkelheit hatte genug Raum, jetzt ist das Licht mal wieder dran.

Ich wünsche dir ein wundervolles restliches 2017. Mach es dir schön, genieße die Adventszeit mit den geliebten Menschen um dich herum und freu dich auf ein wundervolles 2018.

Bis später, Franzi

26 Comments

  • Julia 15. November 2017 at 08:51

    Liebe Franzi, die letzten 12 Monate waren ja ein richtiges „Arschlochjahr“, wie ich das z.B. 2014 genannt habe. Ich freue mich aber zu lesen, dass es Euch besser geht, dass Ihr Euch auch über kleine Schritte freuen könnt, dass Ihr einander habt und dass Du die Lust am Leben und Kreativ-Sein und überhaupt nicht verloren hast. Ich drück‘ Dich und wünsche Euch eine bezaubernde Weihnachtszeit und ein rundherum wunderbares 2018! Deine Julia

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  • anne 15. November 2017 at 09:04

    gute idee, das mal rauszuschreiben! ich wünsch dir von herzen ein fruchtbares 2018, liebe franzi!

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 09:28

      Danke liebe Anne, und ja, manchmal müssen Dinge für einen Schlußstrich auch mal raus 😀

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  • Jette 15. November 2017 at 09:52

    Liebste Franzi,

    Ich habe die Dunkelheit in deinem Jahr 2017 ja sehr nah mitbekommen. Ich fürchte, ich war nicht immer so für dich da, wie ich es gern gewesen wäre (auch für mich war es zeitweise schwer zu verarbeiten, was bei dir los war ). Ich liebe dich, ich habe immer ein Ohr für dich, ich hoffe einfach, du weißt das und nutzt das (auch) in Zukunft

    Ich drück dich
    Jette

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 19:17

      Liebes, du warst immer da für mich, alles ist gut ♥ Ohne dich wäre es um ein Vielfaches schwerer gewesen.
      Drück dich.

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  • Michaela 15. November 2017 at 10:31

    Liebe Franzi,

    am besten gefällt mir der Satz „…und holte mir mein Leben zurück.“

    Ich umarme dich, kenne solche Zeiten und auch eine Fehlgeburt nur zu gut.

    Es wird weitergehen!

    Alles Liebe, ich umarme Dich
    miho

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  • Ulrike 15. November 2017 at 10:43

    Ja, auch mein 2017 war sehr gebraucht. 2018 kann nur besser werden. Und: Was ‚raus muss, muss raus. Bei mir geht das irgendwie nicht. Aber Liebes, halt die Ohren steif.

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 19:23

      Liebe Ulrike, ich habe immer offene Ohren für dich. Und so ein Runterschreiben auf ein Blatt Papier tut manches Mal ganz gut – Meist zu Silvester schreiben wir alles Negative auf und verbrennen die Zettel dann 😉

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  • Silvia 15. November 2017 at 10:55

    Ach Mensch Franzi!

    2017 ist ein Arschjahr, ja! 2018 wird jedoch sensationell! Ich bin mir sicher, das gilt auch für Euch! Bitte behalte Deine positive denkende Persönlichkeit, denn sie hilft in vielen Lebensabschnitten. Dein Lachen steckt so viele Menschen in der Umgebung an, darauf kann und will niemand verzichten.

    Deine Zeilen waren wichtig, nun schlag das Kapitel zu und schau nach vorne!

    Fühl Dich herzlich gedrückt!
    LG Silvia

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 19:24

      Hach ♥ Danke.
      Das Kapitel um die Krankheit meines Mannes wird uns noch eine Weile beschäftigen – aber es geht in die richtige Richtung, und dafür bin ich sehr dankbar.

      Drück dich.

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  • Carolin 15. November 2017 at 12:29

    Danke, liebe Franzi, erst einmal vorab für das Vertrauen, das du mir auch in ekligen Zeiten entgegengebracht hast. Es ist nicht immer einfach, über solche Dinge zu sprechen – aber manchmal hilft es ja, wenn sie erst einmal gesagt sind.
    Nicht allen gelingt es, sich von der Dunkelheit zu befreien, aber ich freue mich für dich, dass du sie nicht zu lange reingelassen hast. Was war, ist vorbei. Klar mag es Einfluss auf die Zukunft haben, aber die liegt eben noch vor uns und wir wissen nicht, was kommt. Warum nicht also mal freudig gespannt sein? 🙂
    Fühl dich gedrückt!

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 19:29

      Liebste Caro, ich drück dich ganz doll ♥
      Du weißt ja, ich bin ja bei manchen Themen doch sehr offen – einfach weil ich mich nicht (negativ) beherrschen lassen will. Seit dem Sommer weiß ich, dass einiges von vor einem Jahr seinen Sinn hatte und kann seitdem viel besser damit umgehen. 🙂

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  • Liv 15. November 2017 at 12:54

    ♥ Meine liebste Franzi, es tut mir in der Seele weh, von deinem schweren Jahr zu hören. Man wünscht sich dann, dass man sich öfter gemeldet oder einfach nur mehr an den anderen gedacht hätte. Ich bin unglaublich froh, dass das Jahr eine gute Wendung für euch genommen hat, denn ihr seid so tolle Mensche, die nur alles Glück der Welt verdienen!

    Ich umarme euch ♥

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  • Claudia Braunstein 15. November 2017 at 14:17

    Liebe Franzi, ich schicke dir jetzt einfach ein ganz dickes, festes Bussal, Claudia
    Bleib mutig und tapfer

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  • creezy 15. November 2017 at 17:40

    Es gibt so schaurige Jahre, manchmal sind’s auch ein paar mehr hintereinander. Aber man geht immer ruhiger, gelassener, fröhlicher, erfahrener, gestärkter aus ihnen hervor.

    Sie machen etwas mit einem – und auch wenn’s zuerst nicht so aussieht: meist geben sie Kraft und Zuversicht, wenn man durch sie durch ist.

    Und gut, dass Du es aufgeschrieben hast, das bewirkt so viel! 🙂

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    • Franziska Robertz 15. November 2017 at 19:35

      Ja, bei den Jahren 2015 bis 2017 bin ich auch froh, dass sie vorbei sind. Jetzt noch ein paar Monate in 2018 den Heilungsprozess des Mannes begleiten und dann ist´s perfekt hell 😀

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  • Anikó 15. November 2017 at 17:44

    Ein Jahr zum Vergessen, wie es mein 2012 war. Aber ich bin so froh, dass Du/Ihr den Mut nicht verliert Nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht, um die Baustellen eine nach der anderen zu beenden! Und ja, nichts passiert ohne Grund…
    Fühl Dich umarmt!

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  • Sandra G 15. November 2017 at 21:33

    Ich fühle mit Dir, denn auch ich habe das mehrmals erlebt. Und ich weiß, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt, man aber damit Leben kann – und zwar ein gutes Leben. Ich drücke Euch beiden die Daumen, dass es in 2018 besser läuft – es kann/muss jetzt einfach bergauf gehen. *daumen-drück*

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    • Franziska Robertz 16. November 2017 at 17:30

      Danke liebe Sandra ♥ Mir geht´s heute sehr gut. Es ist der erste November seitdem und dadurch war ich wieder daran erinnert. Gleichzeitig fiel mir auf, wieviel in den letzten Monaten passiert ist und dass wir letzten Sommer sehr um die Genesung meines Mannes besorgt waren. Heute, wo wir wissen, dass alles wieder gut wird, komme ich auch wunderbar mit dem Erlebten klar. Ich habe mir damals ja auch eine bewusste Auszeit genommen und heute weiß ich, dass alles gut wird. Ob mit oder ohne Nachwuchs, ich bin dankbar udn glücklich, dass mein Mann lebt 🙂

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  • Gabi 16. November 2017 at 06:48

    Schön geschrieben – auch wenn’s keine schönen Themen sind/waren. Tschakka, du schaffst das… Liebe Grüße, Gabi

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  • Mein November in Bildern - Caros Küche | Schnelle und einfache Rezepte 1. Dezember 2017 at 08:04

    […] 2017 war nicht bei allen ein Oberknüller, davon kann Franzi ein Liedchen singen. In ihrem Blog wirds ganz persönlich … – Dynamite Cakes […]

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