Do the Doo-Wop, Darling!

Posted: 11. Oktober 2013 by Mister Dynamite

Okay, Mädels (und mitlesende Bro’s),

Dion and the Belmonts
Dion and the Belmonts

die Anzahl der Facebook-Likes für den ersten Rock´n´Roll-Beitrag im Blog hat mich ja ein wenig erschüttert. Das war so…ach, ich bedanke mich am besten persönlich: Stephanie, Kerstin und Nadine -> DANKE! Ihr habt mich vor einer schlaflosen Nacht und endlosen Selbstzweifeln bewahrt. Ihr habt meinen Glauben darin gestärkt, dass es noch echte Rockabellas da draußen gibt, die den guten alten Eddie Cochran mögen. Allerdings seid Ihr jetzt auch Schuld daran, dass es einen zweiten Blogbeitrag von mir gibt. Wir haben schließlich einen Erziehungsauftrag, stimmt‘s? Oder, um es mit den Worten von Nadine zu sagen: „Rock´n´Roll ist beim Backen ja wohl Pflicht.“ 🙂

Um Eddie noch zu toppen erzähle ich Euch daher heute etwas über eine Stilrichtung, die mein Herz (natürlich weit abgeschlagen von meinem geliebten Eheweib) ganz intensiv berührt: Doo-Wop!
Was kann es musikalisch Schöneres geben als einen fett gebrummten Bass mit gelegentlich eingestreuten brillantem Falsett, unterlegt von wunderbar allumfassenden a capella Rock´n´Roll Harmonien… und das alles mit komplett nonsens-silbigen Texten? Herrlich. Das macht einfach sofort gute Laune.
Die Blütezeit des Doo-Wop lag schon in den 1950ern und frühen 1960ern, als er sich aus Stilrichtungen wie dem Jazz, Blues, Gospel und vor allem dem Barbarshop-Gesang entwickelt hat. Denkt nur an die Five Satins, die Marcels oder natürlich die grandiosen Dion and the Belmonts. Songs wie Mr. Bassman oder Rama-Lama-Dingdong waren und sind immer noch einfach großartig:

Bis in die späten 1960er Jahre hielt sich in den USA eine Doo-Wop-Subkultur, die Anfang der 1970er mit entstehenden Oldie-Sendern und fan-basierten Plattenlabels einen neuen Aufschwung erlebte. Bands reformierten sich, das Musical Grease mit einigen Doo-Wop Songs sorgte für Furore und George Lucas brachte 1973 seinen besten Film in die Kinos. Nein, das war nicht Star Wars, sondern American Graffiti. Bis heute ist der Soundtrack ungeschlagen und um das noch zu toppen, spielte auch ein junger Harrison Ford mit. Habt Ihr eine Videothek in der Nähe? Na dann los, ich warte so lange auf Euch.
DooWop02
Pssst. Während die noch Unwissenden sich den Film holen, kann ich es Euch ja erzählen. Ja, zu meiner Schulzeit habe ich auch mal voller Begeisterung meine besten Kumpel zusammengetrommelt und versucht, eine eigene Doo-Wop-Band aufzustellen. Leider war das aber mit einem ganz üblen Timing verbunden, denn wir begannen uns urplötzlich viel mehr für Mädchen zu interessieren als für Musik. So lenkte die wohlgeformte Rückansicht unserer Leadsängerin allzu sehr vom ersten gemeinsamen Song Duke of Earl ab. Um unsere Freundschaft nicht zu gefährden, beschlossen wir daher lieber eine klassische Rockabilly-Band (ja, diesmal ohne Mädchen) zu bilden. Ich könnte Euch noch Photos zeigen – die wären zwar episch komisch, aber Ihr würdet mich wohl auf ewig auslachen. Daher, bevor Eure Phantasie mit Euch durchgeht, lieber schnell zurück zur Sache:
Natürlich gab es auch in Deutschland den ein oder anderen Doo-Wop Song – allerdings wurden die nicht besonders populär und waren in der Regel eingedeutschte Titel von US-Gruppen. Denkt nur an Ted Herolds Wunderland. Ja, das gibt es auf Youtube, aber glaubt mir: es ist besser, sich das nicht anzutun. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. 😉

Und heute? Heute gibt es die Baseballs. Jajaaaa, ich weiß, dass die Baseballs nicht wirklich den schön erdigen Sound des urwüchsigen Rockabilly pflegen und ihre Songs daher manchmal ein wenig künstlich wirken. Ihr habt ja Recht. Aber hey, ich oute mich jetzt: Ja, ich mag die Baseballs. Habt Ihr Euch eigentlich Bleeding Love mal richtig angehört? Oder Candy Shop. Na dann los:

Doch nicht nur die Baseballs halten heutzutage die Doo-Wop Ehre hoch, sondern auch die Fabulous Flops, die Mysterials, die Chaperals und … und … und als ich für diesen Eintrag recherchierte (verdammte Wissenschaftler, immer müssen sie alles überprüfen) fand ich doch tatsächlich noch eine geniale kleine Gruppe, die komplett unter meinem Radar durchgeflogen war. Die Crystalairs. Das müsst Ihr Euch einfach anhören. Na macht schon, klickt auf das Video:

Der HAMMER oder? So aber jetzt die Lautsprecher aufgedreht, mehr Doo-Wop reingeworfen und mit einem schallenden „Sh-Boom“ wieder ran an das Backblech.

Bis bald,
Euer Mister Dynamite

4 Comments

  • Stephie 11. Oktober 2013 at 10:00

    So mein lieber Mister Dynamite, jetzt bin ich im Rock ’n‘ Roll Fieber.

    Ich werde wohl den ganzen Tag * Rama Lama Ding Dong * , nicht wieder loswerden 🙂

    Das ist ein typischer Gute Laune Song, der mich an schöne Kinder tage erinnert.
    Meine Eltern, beide große Fans dieser Ära, haben ständig diese Songs gespielt.
    Ich bin mit ihnen aufgewachsen.

    Daher ist es automatisch ein schönes Bauchgefühl, wenn ein solcher Song gespielt wird.
    Und dazu immer ein liebevoller Gedanke an meinen Dad, der dort oben seine Idole alle versammelt haben dürfte.

    DAS war noch echte, gute Musik .. Bleeding Love .. ach wie schön, bei diesem Regenwetter heute!

    Danke, ich mag diese neue Rubrik …

    Liebe Grüße Stephie 🙂

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  • S-Küche 11. Oktober 2013 at 10:03

    Das es noch andere Rock n Roll Fans außer mir gibt, wer hätte das gedacht. Wenn ich in meinem Bekanntenkreis erzähle, welche Musik ich höre, werde ich verwirrt angeguckt. Rockabilly zum Joggen ist für mich das größte.
    Erfreute Grüße,
    Simone

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  • “The day the music died” 4. November 2013 at 17:46

    […] ich Stephies Kommentar zu meinem letzten Blogbeitrag las, konnte ich mir so richtig vorstellen, wie ihr Dad mit den […]

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