Frohe Weihnachten

Posted: 24. Dezember 2014 by Franziska Robertz

oder: Weihnachten in Familie

Ihr Lieben,
Weihnachten_2014-01
ich wünsche Euch ein unvergessliches, entspanntes, ruhiges, dramafreies und spaßiges Weihnachtsfest 2014.

 

Eine Bitte habe ich an Euch:

Genießt die Zeit, die Ihr mit Eurer Familie, mit Euren Liebsten, mit Euren Freunden habt. Und zwar JETZT und SOFORT. Völlig egal, was ab morgen ist. Völlig egal, was gestern war. JETZT, genau dieser Augenblick ist der Wichtigste.

Jedes Weihnachten ist anders. Im Laufe der Jahre gesellen sich neue Menschen zur Familie und werden zu dieser Familie. Andere Menschen sind auf einmal nicht mehr da. An Weihnachten wird der Verlust geliebter Familienmitglieder so richtig bewusst.

Mir fehlen meine Großeltern sehr. Nicht nur an Weihnachten – sie fehlen mir immer. Sie sind schon lange aus dieser Welt gegangen. Und doch sind sie irgendwie noch da, besonders jetzt an Weihnachten. Omas Weihnachtsplätzchen gibt es heute noch. Ebenso der Apfelstrudel, und auch die Weihnachtssuppe mit selbstgemachten feinen Nudel und Leberklößchen. Jedes Jahr beim Backen der Plätzchen, wenn der Backgeruch durch das ganze Haus strömt, weiß ich, dass Oma da ist und uns zuschaut mit einem wohlwollenden Lächeln. Seit dem Tod meiner Oma backen meine Mama und ich gemeinsam zur Weihnachtszeit. Natürlich kommen dabei Erinnerungen und ebenso Tränen hoch, denen wir mit einem Lächeln voller Dankbarkeit versuchen zu begegnen. Es gab bei der ganzen Plätzchenbackerei die ganzen letzten Jahre über immer einen gleichen Ablauf: drei verschiedene Plätzchen, Teig von Mama schon vorbereitet, Mama rollt und sticht aus, ich passe auf die Kekse im Ofen auf und kümmere mich um das Bestreichen mit Marmelade, Bestäuben mit Puderzucker oder was eben sonst noch anfällt.
Dieses Jahr war anders. Die Rollen wurden vertauscht. Ich war es nun, die das Ausrollholz schwang und die richtige Dicke des jeweiligen Plätzchenteiges finden musste. Ich stach aus, und hatte die Verantwortung, dass alles heil auf den Blechen ankommt. Meine Mama konnte dieses Jahr alle Sachen machen, bei denen man zwischendurch sitzen konnte. Ratet, was mir bewusst wurde!
Genau, die Gewissheit über die Vergänglichkeit der Zeit. Man selbst will ja nie wahrhaben, dass man älter wird. Ist man doch im Geiste immer noch das kleine verspielt-verrückte, Einhorn sehende kleine Kind, das man immer schon war. Eltern werden natürlich auch nicht älter. Warum sollten sie auch, sind doch Eltern, die sind doch immer da. Und dann entdeckst du, dass deine Mama die gleiche Mimik und Gestik draufhat wie deine Oma. Und dann nimmst du deine Mama in die Arme und drückst und herzt sie, und knuddelst und liebst sie.
Weil sie deine Mama ist, und sie dir deine Oma wieder zurück bringt.

Besinnliche Weihnachten,
Eure Franzi

Weihnachten_2014-02

4 Comments

  • Janke 24. Dezember 2014 at 15:53

    Liebe Franzi,
    das hast du so zauberhaft geschrieben, fühl dich geherzt dafür.
    Gerade im Bad dachte ich mir: Nimm nachher das Stativ für die Kamera mit, damit wir ALLE auf dem Foto sind und niemand fehlt. Ich habe noch ein Großelternpaar, mein Opa ist mit 91 noch fit und hat dieses Jahr das Kochen gelernt, weil meine Oma dement ist.. die Zeit vergeht so schnell und du hast völlig recht. Wir sollten das Hier und Jetzt ganz bewusst erleben und gerade an Tagen wie diesen, dankbar sein für alle Lieben, die ihn mit uns verbringen.
    Fröhliche Weihnachten
    Janke ☆

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    • Dynamite Cakes 24. Dezember 2014 at 23:41

      Liebe Janke,
      Mit dem Stativ weckst du Erinnerungen bei mir: Als alle noch da waren, wollte mein Papa immer ein Gruppenbild von allen machen. Jede Feier. Wir haben es auch hin und wieder geschafft, eines zu machen.
      Kurz bevor meine Oma starb, wurde das letzte Gruppenbild gemacht. Es wird mal wieder Zeit für eines 🙂
      Frohe Weihnachten, Franzi

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  • Sina 1. Januar 2015 at 14:11

    Liebe Franzi, schon seit Tagen will ich dazu was schreiben.
    Auch mir ist zu Weihnachten aufgefallen, dass auch meine Eltern älter werden.
    Früher hatten sie Riesen Spaß wenn die ganze Familie zusammenkam, die Mädels noch kleine Kinder waren, nix war ihnen zuviel.
    Nach dem Tod meiner Oma wollten meine Eltern dann nicht daheim Weihnachten feiern sondern sie sind immer zu uns gekommen.
    Das war ok, da mussten sie sich nur an den Tisch setzen und feiern mit uns.

    Dieses Jahr waren wir wieder bei ihnen eingeladen und obwohl meine Mutter nix kochen musste, weil das mein Bruder und mein Kochkind gemacht haben, habe ich gemerkt was für eine Anstrengung das für sie war, für sie und auch für meinen Papa,..ihm fehlte die Ruhe, da war schließlich den ganzen Tag Betrieb im Haus,.

    Ich hoffe wir haben unsere Eltern noch lange, aber dieses Jahr ist mir wirklich bewußt geworden das die Zeit nicht stehenbleibt.

    Liebe Grüße Sina

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    • Dynamite Cakes 2. Januar 2015 at 09:56

      Das hoffe ich auch. Ich mag gar nicht daran denken, wie es ist , nur einen unserer Eltern nicht mehr zu haben – da kommen vor Sehnsucht sofort die Tränen hoch. Weihnachten waren wir bei Schwiegereltern, die wir leider nicht so oft sehen. Was bin ich dankbar, dass sie mit ihren ca. End-70er Jahren noch so fit sind.

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