Rhabarber-Mini-Tarte

Rhabarber Tartes, oder: So geht Backen. Nicht.

Posted: 1. Mai 2014 by Franziska Robertz

Rhabarber-Mini-Tarte mit Frischkäse-Frosting

Aprilfrisch-Event
Drüben bei Simone in der S-Küche läuft grad das wunderbare Event „Aprilfrisch! Das regionale Blog-Event“ anlässlich ihres 1. Bloggeburtstag. Ich mag es kaum glauben, dass dieses tolle Blog erst ein Jahr existiert. Falls ihr das Blog von Simone noch nicht kennt, dann nix wie hin mit Euch. Hier bei mir gibt es heut eh nichts Tolles zu sehen.

Ihr seid ja noch da. Mh. Was zeig ich Euch denn nur? Ihr müsst wissen, ich hatte zu heute ganz tolle, wunderbare, schmackhafte Rhabarber-Mini-Tartes vorbereitet. Naja, in meinem Kopf waren sie zumindest perfekt. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, bei dem Gedanken an diese tollen und einfach gemachten Tartes. Sie wären perfekt für das Aprilfrisch-Event bei Simone. Ich liebe dieses hin und her von Sauer und Süß im meinem Mund. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber mir gefällt es. So zog ich los in die Küche. Frohen Mutes, mit den perfekten Bildern dieser Mini-Tartes in meinem Kopf. Und das Schicksal nahm seinen Lauf…..

Anfangs lief alles ganz gut, doch dann ging es an das Frosting. Nein, falsch, ich wollte ja eigentlich eine Marshmallow-Haube machen. So eine, die man mit einem kleinen Brenner kurz anfeuern kann wie bei Crème brûlée. Doch während ich den Zuckersirup gleichmäßig in das aufgeschlagene Eiweiß kippte, wurde das irgendwie nicht wie Marshmallow-Masse …. eher wie Royal Icing. Das war tolles Royal Icing, aber das wollte ich nicht. Später erkannte ich, dass ich die Gelatine vergessen hatte. Über meinen Ärger hinweg überlegte ich, wie ich das retten konnte. Eigentlich gar nicht. Doch dann gab ich ein klein wenig Butter und Frischkäse zu, und vermixte alles gut. So entstand dann immerhin ein standfestes Frosting.
Ach, erwähnte ich schon, dass mir die blindbackenden Mürbeteig-Tartes währenddessen im Ofen zu verbrennen drohten? Nein? Mh.
Irgendwie passte alles zusammen. Jetzt machte es auch nichts mehr, dass das Rhabarber-Kompott irgendwie …. an Farbe verlor und nicht mehr so schön aussah wie am Anfang.

Während die etwas zu dunkel geratenen Tartes abkühlten, war ich immer noch zuversichtlich, so dass ich den Platz für das Fotoshooting herrichtete. Nix besonderes. Tisch, Tischdecke, und ein Teller zum Präsentieren. Und da war er wieder, der Moment, der mir zeigte, dass ich keine vernünftigen Teller zum Präsentieren habe. Wenig später war aber auch das völlig egal.

Die Tartes waren abgekühlt und ich richtete alles an. Erst eine Tarte, darauf das Kompott, darauf eine Frostinghaube. Sah gut aus. Für ca. 5 Sekunden. Dann konnte man zusehen, wie das Frosting das Kompott zur Seite drückte und an der Tarte seitlich runterlief. Das Frosting machte sich so breit, dass es völlig seine Form verlor. Das Rhabarber-Kompott versuchte zu trotzen, indem es die Farbe der Tarte annahm, und dachte, es könne sich so verstecken.

Ganz im Ernst: Es sah schrecklich aus. Ich überlegte, ob ich es wirklich fotografieren sollte.
Ja, ich wollte es fotografieren. Vorbereitet war ja alles. Ich will es Euch zeigen. Ich würde niemals den Anspruch erheben, dass ich gut fotografieren kann. Nicht umsonst werde ich nächste Woche einen Fotokurs besuchen (hach, ich freu mich schon so). Ich will mit diesem Beitrag zeigen, dass nicht immer alles klappt. Nichts ist immer 100% perfekt. Und heute war es eben nur zu 15% perfekt: Das Frosting klappte nicht, das Backen klappte nicht, das Anrichten klappte nicht, und fotogen ist das Ganze erst recht nicht.

Aber es schmeckt. Mir schmeckt es.
Daher auch unten das Rezept (mit normalem Frischkäse-Frosting …. nicht das Marshmallow-Zeugs) für alle, die das Wechselspiel zwischen Süß und Sauer im Mund mögen, und sich nun von den Bildern nicht abschrecken lassen.

Rhabarber-Mini-Tarte
Rhabarber-Mini-Tarte …. sollte es eigentlich werden
Rhabarber-Mini-Tarte
…. das ganze Frosting zerlief, und wirklich fotogen ist es auch nicht.
Rhabarber-Mini-Tarte
Der Boden ist zu dunkel geworden, und auch viel zu dick.

Zutaten für 4 Mini-Tartes

250 g  Rhabarber, geschält
30 g   brauner Rohrohrzucker
300 ml Wasser
20 g   Speisestärke/Maisstärke

130 g   Mehl
100 g   Butter
50 g    Zucker
1 Prise Salz
1 TL    Vanille (alternativ eine Tüte Vanillezucker)
2 TL    gehackte Haselnüsse (optional)

50 g   Butter
50 g   Puderzucker
70 g   Frischkäse
(Lebensmittelfarbe nach Belieben)

Zubereitung

1. Den Rhabarber waschen, schälen und in ca. 2 cm große Stücke schneiden.
2. Zusammen mit dem braunen Rohrohrzucker (~ 2 EL) in einen breiten Topf geben und erwärmen. Wenn der Zucker anfängt, sich aufzulösen, vorsichtig das Wasser zufügen. Bei mittlerer Hitze kurz einkochen lassen.
3. Die Speisestärke mit einem EL Wasser verrühren und sobald die ersten Stücken Rhabarber weich werden, das Gemisch zu dem Rhabarber in den Topf geben. Die Hitze hochdrehen und einmal aufkochen lassen. Wer es etwas dicklicher mag, kann hier etwas mehr Speisestärke einrühren. Den Topf zur Seite stellen. Abkühlen lassen.
4. Mehl, Butter, Zucker, Salz, Vanille und die Haselnüsse zusammen in einer Schüssel verkneten. Die Masse in 4 gleiche Teile teilen.
5. Die Backförmchen – ich benutzte die Silikonförmchen, die es mal bei Tchibo gab – vorbereiten (einfetten, mehlen – wie immer Ihr das handhabt). Je eine Teil Teig ist für eine Minitarte-Form gedacht. Den Teig gleichmäßig in der Form verteilen. Auch am Rand. Für ca. 10 Minuten die Förmchen in den Tiefkühler stellen. Danach bei 175 Grad Celsius für ca. 20 Minuten blindbacken. Ich empfehle Backerbsen – die ich mir auch mal unbedingt zulegen muss.
6. Nun zum Frosting: Butter und Puderzucker mit einem Rührgerät gut verrühren. Je besser Zucker und Butter verrührt sind, desto fluffiger wird das Frosting. Wenn alles gut verrührt ist, den Frischkäse zugeben und alles vermischen. Wer will kann mit Lebensmittelfarbe dem ganzen etwas mehr Farbe geben.
7. Die Mini-Tartes aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter in der Form abkühlen lassen. Nach ca. 3 Minute die Form entfernen und weiter auskühlen lassen.
8. Wenn alles abgekühlt ist, die Tartes mit etwas Rhabarber-Kompott füllen und darauf das Frosting schick anrichten.
9. Sich einen Kaffee nach Belieben machen, eine Rhabarber-Tarte nehmen, sich in seinem Wohlfühlplatz einkuscheln und genießen.

Bis später, Franzi

P.S.: Dieser Beitrag wurde an Simone für ihr Aprilfrisch-Event geschickt, aber mit der Bitte, es nicht in die Gewinnermittlung einfließen zu lassen.
Aprilfrisch-Event

6 Comments

  • Ilona 1. Mai 2014 at 18:17

    Ach Franzi! You made my Day! Ich lächele noch immer und denke mir: also gibt es solche Tage nicht nur bei dir. Und was machen wir? Nehmen es gelassen, futtern die Reste auf und gehen nächstes mal wieder an den Ofen.

    Danke für den schönen Beitrag.

    Ilona

    Reply
    • Dynamite Cakes 1. Mai 2014 at 18:26

      Gern geschehen, liebste Ilona ♥

      btw: Ich liebe es, die Reste zu futtern 🙂

      Reply
  • Claudi 1. Mai 2014 at 18:27

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht 😉
    Ich find es übrigens immer sehr symphatisch, wenn ich irgendwo Pleiten, Pech und Küchenpannen bewundern darf. – Das gibt mir nämlich das Gefühl, dass es ganz normal ist, wenn mal etwas absolut misslingt und man am liebsten alles in die Tonne hauen möchte, weil das Ergebnis (zumindest optisch) für die Füße ist.
    Lecker hört sich das Rezept dennoch an und wenn es trotz allem geschmeckt hat, dann „so what?!“

    Liebe Grüße,
    Claudi

    Reply
    • Dynamite Cakes 1. Mai 2014 at 18:55

      Pannen in der Küche sind extrem normal – zumindest bei mir 🙂

      Reply
  • S-Küche 1. Mai 2014 at 18:41

    Klar bist du in der Verlosung und auch Pinterest bleibt dir nicht erspart. Bislang bist du der letzte und damit sehr gut sichtbare Beitrag. Hehe.
    Liebe Franzi, ich liebe diesen Beitrag! Beim zweiten Mal klappt bestimmt alles so wie es soll! Diese oder nächstes Jahr, egal!
    Herzliche Grüße,
    Simone

    Reply
    • Dynamite Cakes 1. Mai 2014 at 18:57

      Ach, an Pinterest habe ich ja noch gar nicht gedacht – Oh weh 🙂 Und dann auch noch sooo prominent *lach*

      Reply

Leave a Reply