Eine Reise durch mein Bücherregal

Posted: 2. September 2013 by Franziska Robertz

oder: Guten Appetit von Linde & Knobloch

Ich habe eine Unmenge an Koch- & Backbüchern, und wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich alle Kochbücher, die es gibt gern hier bei mir. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Sammelleidenschaft von meiner geliebten Mama habe. Sie ist schon als Kind eine leidenschaftliche Köchin gewesen und liebt es, Neues zu kreieren, und das Allerbeste: nur nach dem Geschmack ein Gericht nachzukochen. Diese Superheldenkraft hätte ich auch gerne. Ich arbeite daran.
Meine Mama hat ebenfalls etliche Kochbücher. Beide lieben wir es, einfach nur Rezepte durchzulesen und uns vorzustellen, wie die Gerichte schmecken könnte. Ihr wisst genau, was ich meine, stimmt´s?!

Da gab es zum Beispiel dieses eine dicke grau-beige Buch. Im Stoffeinband. Vergilbt. Und ca. alle 50 Seiten mal ein Farbbild. Keine Ahnung, wann es genau erschien, im Buch gibt es keinen Vermerk dazu. Ich vermute in den 1960er Jahren. An dem Buch fand ich allein schon den Untertitel toll: Eine Weltreise mit Messer und Gabel. Für jemanden, der glaubt, niemals in bestimmte Länder dieser Welt reisen zu können, war das Inhaltsverzeichnis ein purer Traum. Da gab es Rezepte von Gerichten aus Irland, Spanien, Griechenland, Türkei, Kanada, USA, Afrika. Das Buch hat über 440 Seiten. Fast auf jeder Seite gibt es wenigstens ein Rezept. Doch das Besondere ist, die Rezepte sind durchweg eingebettet in Erzählungen und Geschichten rund um das jeweilige Rezept. Manchmal könnte man sogar meinen, es wäre kein Kochbuch sondern eine Erzählung, oder ein Reisebericht mit vielen Rezepten. Ich liebe dieses Buch. Und später, als das mit dem Verreisen kein Problem mehr war, konnte man sich „in echt“ davon überzeugen, dass dieses Buch einem nichts vorgaukelte.

Buch-Weltreise-01 Mein Papa hatte dieses Kochbuch auch. Ja, die Betonung liegt auf „hatte“. Denn nun habe ich das Buch schon seit einigen Jahren in meinem Besitz. Und ich liebe es immer noch.

Besonders schön ist, wenn man, so wie ich heute, darin einfach so rumblättert und einen Zettel findet. Ebenfalls vergilbt und die Handschrift erinnert mich an die meiner Oma. Könnte auch die Handschrift ihrer Schwester sein, ich bin mir nicht sicher. Da sind so kleine Feinheiten im Schriftbild….. (Mama, wie alt ist das Buch wirklich?). Natürlich ist auf dem Zettel ein Rezept geschrieben. Für eingelegten Kürbis. Es ist September und wir haben gerade Kürbiszeit. Ich mag eingelegten Kürbis aber gar nicht. Aber meine Mama mag ihn. Und bestimmt gibt es das bald. Und dann gibt es auch ein Bild und das Rezept.

Rezepte aus dem wunderbaren Weltreise-Kochbuch wird es auch geben. Diese werde ich kenntlich machen und auch unter diesem Beitrag aufzählen. Also immer mal wieder reinschauen.

Für alle, die nun den elterlichen Kochbuchschrank durchforsten wollen, hier die Eckdaten:
Guten Appetit – Eine Weltreise mit Messer und Gabel
Günther Linde & Heinz Knobloch
Verlag für die Frau Leipzig, DDR
Und ein kleiner Einblick ins Buch, damit Ihr sehen könnt, wie alt es wirklich ist:

Buch-Weltreise-02
Buch-Weltreise-05
Buch-Weltreise-04
Buch-Weltreise-03

Eure Franzi

2 Comments

  • Persis 6. September 2013 at 12:52

    Oh, wie schön! Ich schaue fürchterlich gerne in alte Koch- und Backbücher. Alleine diese Bilder … irgendwie sollte man ja meinen, dass Essen „zeitlos“ ist, aber man sieht den Gerichten von der Aufmachung her einfach an, aus welcher Zeit sie stammen. Einfach toll.

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  • Conny 16. Oktober 2013 at 13:09

    Awww ist das schön! Man kann sich nach deiner Beschreibung richtiggehend hinein versetzen in das Buch. Fehlt nur noch er typische Duft, der von altem Papier ausgeht… „Einige Zweiglein Thymian oder Petersilie“ … Das Wort „Zweigleich ist wirklich herzallerliebst 🙂

    Alles Liebe,
    Conny

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